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Details einer Referenz für Möbel

Restaurierung der Chorgestühle der katholischen Kirche St. Wolfgang in Pipping/ München

Zur Bedeutung der Obermenzinger Filialkirche St. Wolfgang schreibt das Landesamt für Denkmalpflege:

Der in seiner Bauausführung und Ausstattung herausgehobene Bau wird in dem ansonsten kleinen und eher unbedeutenden Weiler Pipping nur verständlich, wenn man berücksichtigt, dass sich Herzog Sigismund nach seinem Rücktritt von der Regierung 1467 meist im nahegelegenen Schloss Blutenburg aufhielt und die Wolfgangskirche bis zur Errichtung einer eigenen Schlosskapelle in der Blutenburg im Jahr 1488 höfische Funktionen zu erfüllen hatte. Anknüpfend an diese herrschaftsgeschichtliche Bedeutung des Kirchenbaus in seinen Anfangsjahren wurde die Wolfgangskirche zu Beginn des 18. Jahrhunderts wiederum ausgehend von Planungen des Münchner Hofes bedeutsam. Der Kirchturm wurde als Landmarke zum Zielpunkt der nach Westen ausgerichteten Mittelachse der Nymphenburger Schlossanlage, welche durch den 1701 angelegten Nymphenburger Kanal gebildet wird.

Die Wolfgangskirche hat sich entsprechend dem hohen Rang ihrer Entstehungsgeschichte die wesentlichen Ausstattungsstücke sowie wichtige Teile der Wandbemalungen sowohl innen wie außen bewahrt. So ziert die Chortraufe ein gemalter Maßwerkfries mit Wappenfolge, der sich später an der Blutenburger Schlosskapelle wiederholt. Innen ist der Chor mit einem Wandmalereizyklus versehen, der den Hintergrund für den sehr qualitätvollen Hochaltar bildet. Das flach gedeckte Langhaus besitzt eine gut gearbeitete Holzdecke.

Die Wolfgangskirche in Pipping besitzt als Baudenkmal damit eine weit über München hinaus reichende Bedeutung. Zum einen aufgrund ihrer herrschaftsgeschichtlich bedingten Entstehungsgeschichte, zum anderen wegen der weitgehend geschlossen erhaltenen bauzeitlichen Ausstattung. Damit wird die Wolfgangskirche zu einem bis heute anschaulichen Zeugnis für das sakrale Kunstschaffen im ausgehenden 15. Jahrhundert.
<br />Die beiden Chorgestühle stammen wie das Laiengestühl der Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Nach ersten Untersuchungen konnten jedoch einige Bauteile (z.B. Dorsalen) als Bauteile aus dem 15. Jahrhundert identifiziert werden. Wahrscheinlich wurde im 19. Jahrhudert ein bestehendes Chorgestühl den neuen Bedürfnissen angepasst und hierfür einige Elemente des ehemals gotischen Gestühls wiederverwendet. Somit handelt es sich bei den beiden Gestühlen um kunst- und kulturhistorisch sehr wertvolle Objekte<br />