Restaurierung

Häufig ist von "Aufarbeiten" oder "Renovierung" von Möbeln und Holzobjekten die Rede. Restaurieren heißt nicht wieder neu machen! Das regelt die Charta von Vendig aus dem Jahr 1964. Sie gilt als die zentrale und anerkannte internationale Richtlinie im Umgang mit Kunst und Kulturgütern. Restraurieren dient der Wiederherstellung eines bestimmten historischen Zustandes, der Wiederlesbarkeit der ästhetischen Wirkung oder der Wiedernutzbarkeit von Kunst und Kulturgut.

Jede Restaurierung und Konservierung wird durch eine Dokumentation in Wort und Bild begleitet. In ihr werden alle durchgeführten Maßnahmen und Befunde festgehalten. Dies ist auch wichtig für Versicherungen als Nachweis durchgeführter Leistungen. Wir erstellen die Dokumentationen nach den  Richtlinien der bayrischen Schlösser und Seenverwaltung und des Landesamts für Denkmalpflege

 


Reinigungsprobe an einem Chorgestühl um 1730. Durch den Einsatz von genau auf die vorhanden Oberflächen abgestimmten Lösemittelgemische können störende Überarbeitungen auf der original erhaltenen Öl- Harzlackoberfläche abgenommen werden, ohne den Barocklack zu beschädigen.


Schichtenaufbau einer historischen Oberflächenüberzuges mit mehreren Überarbeitungen. Unter UV- Licht Anregung lassen sich mehrere unterschiedlich fluoreszierende Schichten erkennen.

 

Fehlrestaurierung

Durch gute gemeinte Renovierungen entstehen oft massive Schäden an den Objekten. In der Vergangenheit (und leider auch heute noch) war es oftmals üblich Oberflächen bei einer Restaurierung  abzubeizen oder gar abzuschleifen. Daurch verliert ein Objekt erheblich an historischer Ausstrahlung und auch der finanzielle Wert wird stark geschmälert. Die Vorstellung, dass man das vermeintliche Erscheinungsbild der Enstehungzeit eines Holzobjektes wiederherstellen kann ist daher grundsätzlich falsch. Historische Gebrauchsspuren an einem Möbel sind deshalb kein Makel, sondern ein Zeichen für die Authenzität eines Möbels.

Angepriesene Möbelpfelgeprodukte oder "Möbelregeneratoren" erzielen in der Anwendung vielleicht augenscheinlich einen schönen Effekt, doch auf längere Zeit betrachtet, lagern sich derern Inhaltsstoffe auf der Oberfläche oder in mikrofeine Ritzen ab und verursachen weitere Schäden. historische Möbeloberflächen sollten daher nur trocken abgestaubt werden. An geschnitzen Teilen oder Profilen hilft dabei ein Ziegenhaarpinsel. Für alte Möbel ist es wichtig, dass die rel. Luftfeuchtigkeit einen Wert von ca. 55% hat. So können Schäden vermieden werden.

 

Barocke Kommode vor des Restaurierung: Durch eine Fehlrestaurierung in den 1980er- Jahren erscheint die Oberfläche gelblich ausgebleicht (NC- Lack) aufgeschliffene Anobienfrasgänge bestätigen, dass das Möbel in die falschen Hände gegeben wurde. Solche Fehlrestaurierungen sind nur mit hohem zeitlichen Aufwand wieder rückgängig zu machen.

 

Bild unten: Bis auf das Trägerholz durchgeschliffenes Furnier an einem klassizistischen Schrank

 

Das Möbel wurde mit einem modernen Lack behandelt (grünlich- blaue Fluoreszenz). Nach der Abnahme des Schlüsselschildes wurde an dieser Stelle ein erster Versuch eisner Freilegung auf die original vorhandene Oberfläche unternommen (orange Fluoreszenz)
Bild unten: Schichtentrennung an einer Möbeloberfläche aus der Zeit um 1820 unter UV- Anregung: